Naht euch zu Gott

100_3555

Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Jakobus 4,8

…wer zuerst beim andern angekommen ist, hat gewonnen…?

Schon in Sacharja 1,3 ist ein ähnlicher Vers zu finden: Aber sprich zum Volk: So spricht der HERR Zebaoth: Kehrt euch zu mir, spricht der HERR Zebaoth, so will ich mich zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth.

Also: Wie du mir – so ich dir?

Ganz so einfach ist es allerdings nicht…

Jakobus war, so weiß es die Überlieferung, der Bruder des HERRN. In Gal.2,9 bezeichnet Paulus Jakobus, Kephas und Johannes (in dieser Reihenfolge) als Säulen der Gemeinde in Jerusalem. Nach der Überlieferung wurde Jakobus auch von den Juden anerkannt und mit dem Beinamen „der Gerechte“ bezeichnet.

Jakobus ist also ein Mann, der Erfahrung mit der praktischen Gemeindearbeit hat. Er bringt die Dinge auf den Punkt.

Wir stehen als Glaubende manchmal in Gefahr, uns einfach zufrieden zu geben. Eine Reihe von Dingen in unserem Leben ist gut geregelt, Gott hat zu seinen Verheißungen gestanden und Gebete erhört – das ist das Positive.

Dann sind auch Dinge, in denen wir nicht weiter gekommen sind. Damit müssen wir leben. Schließlich ist Paulus auch nicht alles gelungen – denken wir an das, was er an die Gemeinde in Korinth schrieb: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, so sagte Jesus zu ihm, als er um Heilung von seiner Krankheit bat.

Gott ist auf dem Weg zu uns. Das ist die Verheißung des Textes. Wir dürfen auf ihn zugehen. Wenn wir einen Schritt machen, dann wird er reagieren, dann kommt er auf uns zu.

Es gibt einen Spruch von Sören Kierkegaard, den will ich euch noch mit auf den Weg geben:

Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Als aber mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was der große Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer.
So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.

Dieser Beitrag wurde unter Andachten abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.